geschrieben von Norbert Hense am 21. April 2012

Heute war um 12 Uhr eine Anti-Atom-Demo auf der Europabrücke zwischen Kehl und Straßburg. Wir waren etwa 200 Personen von deutscher und französischer Seite. Die Kundgebung war erfolgreich und dauerte etwas eine halbe Stunde.

Leider gab es 2 Zwischenfälle. Einmal stieg eine Person aus einem Auto aus und es gab eine kleine, verbale, auseinandersetzung. Nicht weiter erwähnenswert.
Zum zweiten Zwischenfall gibt es etwas mehr zu sagen. Ein Fahrzeug scheint wohl aus der Schlange, die sich logischerweise gebildet hatte (wir hatten die Brücke blockiert), ausgebrochen zu sein und raste in unsere Gruppe hinein und stieß mit seinem Auto auch einige Personen weg. Dann stoppte der Fahrer, stieg aus und entriss einigen Aktivisten Fahnen und schlug um sich. In dem Handgemenge verlor man recht schnell die Übersicht, aber die französische Polizei hatte das Geschehen schnell im Griff und setzte den Fahrer fest. Passiert ist glücklicherweise niemandem etwas.

Ich wunderte mich, wie das passieren konnte und ging deshalb zur Polizei und sprach mit dem Einsatzleiter auf deutscher Seite. Ich ging davon aus, dass die Polizei bei der Straßensperre geschludert hatte und deshalb der Fahrer fast einige Leute verletzen konnte. Dem ist aber nicht so. Der Fall stellt sich folgendermaßen dar:

Auf deutscher Seite wurde keine Demo angemeldet. Deshalb hatte die deutsche Polizei nur die Meldung: Demo auf französischer Seite. Und hat sich deshalb darauf konzentriert den Verkehr zu regeln. Hätte man, und das sollte die Anti-Atom-Bewegung in Zukunft tun, eine Demo ebenfalls angemeldet, also auf beiden Seiten des Rheins, dann hätte die deutsche Polizei auch Kräfte für die Brücke zur Verfügung gehabt und es wäre vielleicht nicht zu dieser Irrfahrt gekommen.

Wenn jemand Hinweise für die Polizei hat, wer der Fahrer war (Kennzeichen) oder Anzeige, als Geschädigter, erstatten möchte, kann dies bei der Polizei in Kehl tun. Ich habe bereits als Zeuge des Vorfalls ausgesagt.



4 Kommentare zu “ Gedenktag zu Tschernobyl ”

  1. Daniel sagt:

    Unglaublich… Kommt es mir nur so vor oder wird der Umgang miteinander auf der Straße zunehmend aggressiver? Schön, dass niemandem etwas passiert ist.

  2. christiane weisser-karg sagt:

    Den Zwischenfall haben wir – deutsch-franz. Paar, 63 und 68 Jahre alt – aus nächster Nähe miterlebt, kamen zunächst aus dem Schrecken, inzwischen auch aus dem Staunen nicht mehr heraus:
    Wie kann es sein, dass auf dieser symbolträchtigen Brücke die deutsch-französische Grenze heute noch auf den Zentimeter genau genommen werden muss?
    Wie kann es sein, dass die deutschen Polizisten von der franz. Demo wissen, den Verkehr keineswegs “regeln”, sondern sich damit begnügen, oberhalb vom Zollgebäude in einem Wagen sitzen und bei einem Zwischenfall auf deutschem Boden nicht eingreifen, sprich: die aufgebrachten Autofahrer und einen aussteigenden, gewaltbereiten Franzosen zu besänftigen versuchen, bis die franz. Polizei herebeigerufen kommt? Die Hupkonzerte müssen sie mitbekommen haben und auch den in die Demonstranten rasenden Wagen. Dabei ging es auch um die Sicherheit deutscher Beteiligten.
    Weiter darf man fragen, warum die Brücke nur von der franz. Seite her für den Verkehr gesperrt wurde.
    Man kommt um die Feststellung nicht umhin, dass die deutsch-franz. Zusammenarbeit nicht funktioniert,die Verantwortung jeweils auf die andere Seite gaschoben wird – und somit eine Gefährdung des Bürgers, egal welcher Nationalität, in Kauf genommen wird.

  3. Jochen Walter sagt:

    Ich war gestern ebenfalls auf der Demo. Zu der Aussage seitens der deutschen Polizei bin ich etwas verwirrt. Als ich 2011 auf dem Rheinübergang bei Nonnenweier/Gerstheim eine Demo veranstaltete und diese beim Landratsamt meldete erhielt ich den Hinweis, dass ich mich nicht um die französische Seite kümmern müsste, da dies durch eine Koordinationsstelle der deutschen und französischen Polizei in Kehl erfolgen würde. Die würden sich absprechen und damit wäre die Sache für mich als Veranstalter erledigt. Ich werde mich noch mit Petra Rumpel, BUND Umweltzentrum Ortenau darüber unterhalten, da Sie letztes Jahr die Brückenblockade veranstaltete.
    Übrigens stand ich in der Spur, in welcher der französische Fahrer angerast kam und habe die Angelegenheit aus einigen Metern beobachtet.

  4. Ausgerastet | brombeerfalter.de sagt:

    [...] Tagen in den Lokalmedien zu hören war und wie Norbert Hense, der an der Demo teilgenommen hat, in seinem Blog berichtet, ging einem Autofahrer die Warterei derart auf die Nerven, dass er mit seinem Wagen in [...]

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